Besonders Menschen mit der Hautkrankheit Vitiligo sind auf einen guten und zuverlässigen Sonnenschutz angewiesen. Die hellen Flecken auf der Haut sind lichtempfindlicher und damit auch anfälliger für Sonnenbrand als die restliche, gesunde Haut. Gleichzeitig verschlimmern Hauterkrankungen wie beispielsweise Sonnenbrand die Krankheit, sodass sich bestehende Krankheitsherde vergrößern oder Neue entstehen.

Frau mit Vitiligo im Gesicht genießt das schwache Sonnenlicht und hält einen Lilienzweig in der Hand, mit dem sie sich über das Gesicht streicht.
Patienten mit Vitiligo sollten es in jedem Fall vermeiden, sich zu lange in der Sonne aufzuhalten.

Darüber hinaus sollten sowohl die gesunden als auch die kranken Hautpartien immer mit genügend Sonnenschutz versorgt werden. Hierbei gilt besondere Vorsicht, da die von der Krankheit betroffenen Hautareale nahezu keinen natürlichen Schutz gegen UV-Strahlen bieten.

Was haben Menschen mit Vitiligo bei der Verwendung von Sonnencreme zu beachten?

Die einfachste und effektivste Art, die empfindlichen Hautstellen vor Sonneneinstrahlung zu schützen ist die Verwendung von Sonnencreme. Diese sind in der Drogerie oder in der Apotheke erhältlich. Bei der Verwendung von Sonnencreme ist es sinnvoll, sich vorher über die Qualität des Produktes zu informieren – nicht immer ist das teuerste Produkt auch das Beste. Da die Haut von Vitiligo-Patient*innen besonders empfindlich und anspruchsvoll ist, sollten Betroffene eine Creme mit Lichtschutzfaktor 30 oder höher verwenden.

Sonnencremes mit Lichtschutzfaktor 100+, die mittlerweile auf dem Markt sind, sind dagegen nicht empfehlenswert. Diese sind nicht unumstritten, da der tatsächliche Lichtschutz nur minimal höher ist als bei Sonnencremes mit weniger Lichtschutzfaktor. Zusätzlich generieren die hohen Zahlen ein falsches Gefühl von Sicherheit in der Sonne.

Carotin-Kapseln als Alternative zur Sonnencreme

Neben Sonnencreme gibt es auch Carotin-Kapseln, welche die Haut vor UV-Strahlung schützen sollen. Diese sind rezeptfrei in jeder Apotheke erhältlich, allerdings sollte ihre Einnahme mit einem Hautarzt abgesprochen werden. Teilweise können sich Vitiligo-Patienten die Kapseln aber auch direkt von ihrem Hausarzt verschreiben lassen. Eine wirkliche Alternative zur Sonnencreme sind Kapseln mit Lichtschutzfaktor allerdings nicht, da der durch die Einnahme erworbene Sonnenschutz zu gering ist. Sie können allerdings ergänzend zur Sonnencreme eingenommen werden.

Wichtig ist. Zu beachten, dass diese Kapseln oftmals einen für Vitiligo-Patienten interessanten Nebeneffekt haben. Da die Kapseln teilweise den Stoff Betacarotin oder andere Carotinoide enthalten können sich die weißen Flecken auf der Haut gelblich oder orange färben, wodurch sie weniger auffällig sind.

Eine Pille gegen Sonnenbrand?

Der Tüpfelfarn (Polypodium vulgare) enthält Antioxidantien, die als Sonnenschutz eingesetzt werden können und sind damit eine Alternative zu Sonnencremes.
Forscher aus Mainz untersuchen die Wirkstoffe des Gewöhnlichen Tüpfelfarns (Polypodium vulgare) und deren Einsatz als Sonnenschutz und Alternative zur Sonnencreme.

Aktuell arbeiten Forscher an einer Alternative zur Sonnencreme in Form von Pillen. Diese ist besonders für Menschen mit empfindlicher Haut, die allergisch auf Sonnencreme reagieren hilfreich. Die Pille gegen Sonnenbrand beruht auf der Wirkung des Tüpfelfarns, einer Heilpflanze die bereits von den Maya gegen zahlreiche Hauterkrankungen und zum Schutz gegen UV-Strahlung verwendet wurde. Forscher haben das Extrakt mit Brokkoli, Granatapfel und der hawaiianischen Blutregenalge kombiniert, um seine Wirkung zu verstärken.

Der Tüpfelfarn enthält viele Antioxidantien, welche die Hautzellen vor einem Sonnenbrand schützen, während die Inhaltsstoffe des Brokkolis den Körper vor Hautkrebs schützen sollen. Inhaltsstoffe des Granatapfels und der Blutregenalge verstärken die Wirkung der Antioxidantien.

Die Pillen haben darüber hinaus auch den Vorteil, dass sie die Umwelt weniger belasten. Zum einen soll durch sie weniger Plastikmüll entstehen, da sie weniger Verpackungsmaterial verbrauchen, zum anderen sollen Korallen und Meerestiere im Allgemeinen weniger belastet werden, da weniger Sonnencreme von Badenden ins Wasser getragen wird.

Eignen sich Kosmetika, um die Haut zu schützen?

Frau mit Weißfleckenkrankheit im Gesicht guckt in den Spiegel und pudert sich das Kinn mit einem großen Pinsel.
Puder mit Lichtschutzfaktor wirken ähnlich wie Sonnencreme und können empfindliche Haut zusätzlich schützen.

Diverse Kosmetika können einen gewissen zusätzlichen Sonnenschutz bewirken. Für Menschen mit Vitiligo ist insbesondere die Verwendung von Selbstbräunern attraktiv. Diese sind bei weitem keine Alternative zu Sonnencremes, allerdings haben einige Selbstbräunungscremes oder Sprays UV-Filter in ihren Inhaltsstoffen. Auch in den meisten Makeup-Produkten sind Farbpigmente enthalten, durch die UV-Strahlen nicht in ihrer vollen Stärke auf die Haut treffen. Marken wie M. Asam oder Marc Inbane bieten Makeup und getönte Tagescremes an, die einen Lichtschutzfaktor enthalten.

Darüber hinaus gibt es Sonnenschutz in Form von Puder zu kaufen. Diese basieren auf Titanoxid, einem mineralischen UV-Filter, und Zinkoxid. Allerdings ist es häufig schwierig, das Puder richtig zu dosieren. Für gesunde Menschen eignet sich das Puder im Alltag sehr gut, für Menschen mit Vitiligo ist der Lichtschutzfaktor dieser Puder bei einer zu geringen Dosierung allerdings zu schwach.

Indirekter Sonnenschutz kann viel bewirken

Neben der Verwendung von Sonnencreme oder anderen Produkten mit Lichtschutzfaktor ist die Einhaltung bestimmter Regeln wichtig, um die erkrankte Haut zu schützen. Dazu gehört es, die Haut vor der Mittagssonne zu schützen. Insbesondere während der Zeit von 13 Uhr bis 16 Uhr sollten Vitiligo-Patienten längere Aufenthalte in der Sonne vermeiden, die Haut durch das Tragen von langer Kleidung zu schützen und regelmäßig einen Sonnenschirm aufspannen.