Was ist eine PUVA?

PUVA ist die Abkürzung für Psoralen + ultraviolettes Licht des Bereiches A und ist eine Form der Photochemotherapie. UV-A-Strahlen sind im Sonnenlicht enthalten. Das menschliche Auge kann sie nicht wahrnehmen und doch ist die UVA-Strahlung allgegenwärtig. Diese Form des Lichts durchdringt beispielsweise Wolken und gar Fensterscheiben.

Vergleich wie tief UVA und UVB in die Haut eindringen

Die Auswirkungen bei zu hoher UVA-Strahlung ist dabei kaum bekannt:

  • Pigmentierungstörungen
  • Sonnenallergie
  • Rötungen, Ausschlag oder Juckreiz bei empfindlichen Personen
  • Unverträglichkeitsreaktionen

Diese Strahlen können aber viel mehr. Denn Sie kommen als medizinische Behandlungsmethode bei zahlreichen Hauterkrankungen wie Schuppenflechten, Neurodermitis oder gar der Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) zum Einsatz. Diese Lichttherapie kann zur Heilung oder Minderung dieser Krankheiten beitragen.

Psoralen ist ein aus den ätherischen Ölen verschiedener Pflanzen gewonnene molekulare Grundsubstanz. Er erhöht die Lichtempfindlichkeit der Haut. Psoralen ist ein aus den ätherischen Ölen verschiedener Pflanzen gewonnener Naturstoff. Er erhöht die Lichtempfindlichkeit der Haut.

Wie hilft PUVA bei Vitiligo?

Das Lichttherapien eine geeignete Behandlungsmethode bei Vitiligo sein kann, ist bereits länger bekannt. Vitiligo-Betroffene leiden am Verlust der Farbpigmente der Haut. Weniger bekannt ist allerdings, dass nicht alle Pigmentzellen verloren gegangen sind. Häufig können in den Haarwurzeln noch entsprechende Pigmentzellen gefunden werden. Die PUVA (Lichttherapie) regt diesen Bereich zum Wachstum an. Diese breiten sich dann wiederum an der depigmentierten Haut wieder aus.

Das Resultat: Eine Repigmentierung von 75% im besten Fall. Allerdings springt nicht jeder Patient auf diese Behandlungsmethode an und es gibt bestimmte Areale am Körper bei denen eine bessere Pigmentierung als anderen Körperstellen dokumentiert werden konnte.

Die PUVA-Therapie kommt in zwei Formen zum Einsatz.

Bei der systemischen PUVA-Therapie wirkt das Psoralen auf den gesamten Körper ein. Dazu wird ein Medikament (beispielsweise in Form einer Tablette) zwei Stunden vor der Bestrahlung eingenommen. Bei der Behandlung der Weißfleckenkrankheit Vitiligo kommt in den meisten Fällen die systemische Therapieform zum Einsatz.

Bei der topischen PUVA-Therapie werden nur die betroffenen Hautareale mit Psoralen behandelt. Psoralenhaltige Cremes werden auf die erkrankte Region aufgetragen oder es werden Voll- bzw. Teilbäder durchgeführt. Diese, auch Bade- oder Creme-PUVA genannte, Behandlungsform wird bei Patienten mit Schuppenflechte und Neurodermitis häufig genutzt. Vorteil dieser Methode ist, dass die Medikamentenreste nach der Behandlung durch Wasser leicht zu entfernen sind.

Um einen Behandlungseffekt zu erzielen müssen stets Behandlung + Medikament zusammen verwendet/eingenommen werden. Ein Behandlungserfolg wird bei alleiniger Durchführung nicht erzielt.

Eine PUVA kommt nicht für jeden Patienten in Frage

Vor der PUVA-Therapie müssen erhöhte Lichtempfindlichkeiten und bösartige Tumore der Haut ausgeschlossen werden. Danach wird die MPD, die minimale phototoxische Dosis, ermittelt; welche bei jedem Patienten verschieden ist. Dieser Wert gibt an, bei welcher Intensität der UV-Strahlung die mit Psoralen behandelte Haut eine erste Rötung zeigt. Der erste PUVA-Therapietag wird mit 20 bis 30 Prozent der MPD durchgeführt. Danach wird die Dosis langsam gesteigert.

Schwangere Patientinnen sind von der PUVA-Therapie ausgeschlossen.

Hautarzt untersucht die Haut eines Patienten

Ein Hautarzt wird die Haut & deren Lichtempfindlichkeit gründlich untersuchen bevor er eine PUVA überhaupt in Betracht zieht

Behandlungsdauer bei einer PUVA

Die Behandlung wird in der Regel an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen durchgeführt und muss danach für mindestens einen Tag unterbrochen werden. Eine Erhöhung der Strahlendosis ist frühestens nach drei Tagen möglich. Bewährt hat sich ein Therapieplan, nach dem montags und dienstags sowie donnerstags und freitags eine Therapie stattfindet und mittwochs sowie am Wochenende die notwendigen Pausen eingehalten werden können. Richten Sie sich dabei bitte an die Anweisungen Ihres behandelnden Arztes.

Die Haut vor Strahlung schützen & Nachsorge

Während der systematischen PUVA-Therapie ist das Tragen einer Sonnenbrille zwingend erforderlich. Ebenso sollten unbedeckte Körperpartien durch lichtundurchlässige Kleidung geschützt werden. An den Behandlungstagen muss ein Aufenthalt im Freien vermieden werden und sich auf zwingend notwendige Ausflüge beschränkt werden. Hat der Patient das Psoralen in Tablettenform eingenommen, muss er tagsüber & außerhalb des Hauses eine spezielle, vom Arzt verordnete Sonnenbrille tragen. Dringend zu vermeiden ist auch der Aufenthalt an Fenstern, die unsichtbare UV-A Strahlung könnte auf die Haut einwirken.

Dringend muss die Medikamenteneinnahme des Patienten geprüft werden. Alkohol ist während der Behandlungsdauer tabu, ebenso sollte die Verwendung von Kosmetika unterbleiben. Ausschließlich medizinische Pflegebäder und Pflegecremes dürfen verwendet werden. Achten sie auf lichtundurchlässige Kleidung, welche Ihren Körper vollständig vor Licht schützt (ggf. Handschuhe).

Risiken der PUVA Therapie

Ein guter Arzt wird Sie stets ausführlich über die Risiken dieser Behandlungsform unterrichten. Obwohl die PUVA-Therapie eine bewährte und hochwirksame Form der Phototherapie ist, birgt jedoch einige Risiken. Um Patienten vor Spätfolgen der UV-Strahlung zu schützen, kommen diese Behandlungsformen nur eingeschränkt zum Einsatz.

  • Haut und Augen sind aufgrund der stärkeren Lichtsensibilität zu schützen
  • Die erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht das Risiko von Verbrennungen & der einhergehenden Gefahr für Hautkrebs erheblich

Mögliche Nebenwirkungen sind:

  • Sonnenbrände und eine verstärkte Hautalterung. In Einzelfällen treten Bindehaut- oder Hornhautentzündungen auf. Einige Patienten berichten von der erhöhten Bildung von Leberflecken
  • Seltener wird von Haarbalgentzündungen oder einer Bleichung der Haare berichtet

Der behandelnde Arzt muss über auftretende Nebenwirkungen informiert werden!!