Vitiligo oder Weißfleckenkrankheit ist eine Hautkrankheit, bei der es zum Verlust des braunen Hautpigments Melanin kommt. Diagnostiziert wird die Weißfleckenkrankheit unter anderem mit Hilfe von Wood-Licht und einer Gewebeprobe. Die Diagnose wird meist durch einen Hausarzt oder einen Dermatologen vorgenommen.

Anamnese und Blickdiagnose

Wenn Anzeichen einer Hauterkrankung oder Pigmentstörung auftreten, ist es ratsam, einen Hautarzt aufzusuchen. In vielen Fällen kann der Arzt die Erkrankung bereits blickdiagnostisch feststellen. Viele Ärzte machen hier jedoch den Fehler und diagnostizieren eine Vitiligo fälschlicherweise als Hautpilzerkrankung.

Zunächst wird der Mediziner ein Patientengespräch durchführen. Typische Fragen sind:

  • Seit wann treten die Beschwerden auf?
  • Wie äußern sich die Symptome?
  • Liegen im engen Familienkreis bereits Fälle der Erkrankung vor?

Anhand dieser Informationen ergibt sich für den Arzt bereits ein erster Verdacht.

Diagnose mittels Wood-Licht

Endgültig wird Weißfleckenkrankheit mit Hilfe verschiedener Diagnoseverfahren diagnostiziert. Die äußerlichen Symptome, die sich durch großflächige, weiße Flecken auf der Haut zeigen, sind ein erster Indikator für Vitiligo. Für eine abschließende Diagnose ist jedoch stets eine weitergehende Untersuchung des Patienten vonnöten.

Mit Hilfe des sogenannten Wood-Lichts können betroffene Hautareale ermittelt werden. Die typischen Flecken sind unter dem ultravioletten Licht, welches mit Hilfe einer Quecksilber-Hockdrucklampe im Wellenbereich von 365nm erzeugt wird, eindeutig zu erkennen.

Anhand der Untersuchung kann der Mediziner die Weißfleckenkrankheit von anderen Hauterkrankungen abgrenzen. Das Wood-Licht wird auf die Schleimhäute im Mund- und ggf. im Genitalbereich gestrahlt. Insbesondere bei Patienten mit heller Haut ist dadurch eine zuverlässige Differentialdiagnose möglich.

Veränderungen in der Pigmentierung weisen auf Vitiligo hin

Personen, die an Vitiligo leiden, weisen ein gestörtes Melanozyt-Verhalten auf. Zudem können Veränderungen in der Pigmentierung der Netzhaut auftreten. Der untersuchende Arzt kann weitere Fachärzte in die Behandlung involvieren und den Patient beispielsweise an einen Augenarzt verweisen, der eine Röntgenaufnahme der Netzhaut-Region erstellt.

Begleitend dazu wird die Schilddrüse untersucht (Siehe: Ursachen der Weißfleckenkrankheit). Anhand eines Screenings können Fehlfunktionen der Schilddrüse festgestellt werden. Hierfür kommt der sogenannte TSH-Suchtest zum Einsatz, welcher das gleichnamige TSH-Hormon auf seine Funktionstüchtigkeit untersucht. Im Rahmen der Diagnose werden außerdem Schilddrüsenantikörper und etwaige andere Antikörper im Blut festgestellt. Die Blut-Untersuchungen dienen außerdem dazu, andere Erkrankungen wie Schilddrüsen-Funktionsstörungen oder Diabetes mellitus auszuschließen bzw. als Ursache festzustellen.

Diagnostiziert ein Arzt eine Schilddrüsenerkrankung kann es auch möglich sein, dass dieser eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse anordnet. Wird die Vitiligo durch die Schilddrüse ausgelöst, ist es möglich mit einer Behandlung der Ursache, die weitere Ausbreitung deutlich zu verringern.

Abschließende Diagnose durch Biopsie

Bei Bedarf wird eine Gewebeprobe (Biopsie) genommen. Im Labor können die auslösenden Krankheitszellen festgestellt werden. Die Auswertung der Biopsie kann einige Tage bis Wochen dauern und ermöglicht eine detailliertere Diagnose. Im Falle der Weißfleckenkrankheit fehlt den Zellen der Oberhaut das Hautpigment (Melanin), welches bei gesunden Menschen vorhanden ist. Oft sind die Pigmentzellen im Zuge der Erkrankung vollständig verschwunden.

Ein weiterer Hinweis sind Ansammlungen verschiedener Abwehr-Zellen in der Haut. Wenn diese Lymphozyten in großer Anzahl vorkommen, deutet dies auf eine Pigmentstörung hin, die der Körper mit Hilfe der Zellen des Abwehrsystems zu bekämpfen versucht. Anhand der Ergebnisse kann die Erkrankung eindeutig diagnostiziert oder ausgeschlossen werden. Anschließend kann der Arzt mit dem Patient weitere Maßnahmen besprechen und gegebenenfalls direkt die Behandlung einleiten.

Den richtigen Arzt finden

Aus eigenen Erfahrungen aus Doktorgesprächen kann ich sagen, dass nicht jeder Arzt diese Hautkrankheit ernst nimmt und sie lediglich als kosmetische Änderung wahrnimmt. Nicht immer wird dabei auf die Psyche des Patienten eingegangen. Außerdem war es in einem weiteren Fall so, dass die weißen Flecken als Pilzerkrankung fehldiagnostiziert wurden. Ein Fehler der laut Internetforen recht häufig vorkommt. Zum zusätzlichen Leiden des Patienten, der sich in dieser Sekunde Hoffnungen gemacht hat.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Arzt die Krankheit nicht ernst nimmt oder Ihre weißen Hautareale als Pilzerkrankung abtut, ist es ratsam sich eine medizinische Zweitmeinung einzuholen. Ein erfahrener Hautarzt wird sowohl ausführlich über Ihre Krankheit sprechen & durch medizinische Tests organische Ursachen als Auslöser der Vitiligo ausschließen.